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Wein#1

WIR UND DER WEIN

Wir trinken gerne ein Gläschen Wein, auch mal zwei, aber nicht immer!!!

Wie unser Freund Fred einmal sagte: “ Wir sind zu alt, um schlechten Wein zu trinken.“ Da können wir nur beipflichten….

Allerdings ist es nach unseren Erfahrungen nicht immer wichtig, dass der Preis entscheidend für ein eigenes Qualitätsempfinden sein muss.

ROTWEIN

Bei uns beiden hat sich vor vielen Jahren schnell herausgestellt, dass die meisten französischen Bordeaux- oder Burgunderweine nicht unseren Geschmackssinn treffen, egal, welchen teilweise sehr hohen Preis sie erzielen.

Die bei diesen Weinen häufiger verwendeten Traubensorten (Cabernet-Sauvignon und Spätburgunder) besitzen für uns zu viele Tannine und Säure und verschlimmern diese Kombination noch durch eine ausgeprägte Holznote, weil sie einer Barrique-„Veredelung“ unterzogen wurden. Klar passen solche Weine gut zu bestimmten stärker gewürzten Speisen, aber wir trinken Rotweine gerne auch als „Solowein“ am Abend und dann besonders im Winter.

Natürlich ist diese Einschätzung stark persönlich geprägt, aber was darf noch persönlicher sein, als das eigene Geschmacksempfinden.

Deutsche Rotweine wie der Spätburgunder, Regent oder Dornfelder sind von der „Viskosität“ und Farbe schon zu flach und besonders Dornfelder entwickelt nach dem ersten Glas an den Gaumen einen eher penetranten Eigengeschmack. In unserem Bekanntenkreis gibt es natürlich Dornfelder-Fans … Wie gesagt: Der Geschmack ist eben unterschiedlich.

Die  Suche nach dem Geschmack des Weines führte uns im Laufe der Jahre und einigen Weinseminaren später zu den „Neue Welt-Weinen„, besonders im Rotweinsegment.

Hier tummelt sich eine Geschmacksfülle von knackig-vollen Weinen, die mit verhaltenen Tanninen und abgerundeter Säure glänzen kann. Sorten wie Shiraz/Syrah (Australien) und Malbec (Argentinien) entsprechen da schon eher unseren Geschmacksansprüchen: Weniger Tannine, verhaltene Säure und Frucht bis zum Abwinken. Im Prinzip sind das alles alte europäische Sorten, die aber in der Neuen Welt erst richtig zur Geltung gelangt sind.

Ja, manchmal meint es die Sonne dort etwas zu gut und bei 14-14,5% Alkoholgehalt sollte man vorher seinen Durst mit Wasser gelöscht haben, bevor, gut belüftet, in Maßen genossen werden kann. Das ist nichts für Liebhaber von leichten Rotweinen… Aber bevor wir einen leichten Roten trinken, wechseln wir zum süffigen Weißwein.

Netterweise bevorzugen unsere Freunde ähnliche Rotweine, nur mein Bruder nicht, der schwört auf die Franzosen. Wie gesagt: Der Geschmack ist…..

Das ging einige Jahre so, besonders australischer Shiraz stand immer hoch im Kurs in unserem Haushalt.

Den ersten Einbruch gab es, nachdem meine Frau von einer Betriebsweihnachtsfeier nach Hause kam und von einem Shiraz schwärmte, der aus Argentinien stammte und -Callia Alta- hieß.

Nach einer kleinen Internet-Recherche war mit Shiraz&Co / Vinexus ein Händler in Deutschland gefunden und nach zwei sehr kurzen Tagen kamen ein paar Probefläschen bei uns an. Er war nicht so schwer, wie die meisten Australier, besaß einen Tick mehr Säure und trotzdem ausreichend Frucht und im Gegensatz zu -YellowTail-Shiraz- passte er auch zum Essen.

Wir fanden bald heraus, dass er noch ein paar „Brüder“ hatte und als Cuvee oder sortenrein aus Malbec- oder Bonarda-Trauben angeboten wurde. Damit war also der Beginn der südamerikanischen Weine bei uns eingeläutet.

Verstärkt wurde dieser Einfluss noch durch die Südamerikareise eines Sohnes. Dieser schleppte aus dem San Juan- und Mendoza-Gebiet Argentiniens mehrere unterschiedliche Syrahs und Malbecs nach Hause über den großen Teich, die eine ähnliche Charakteristik wie die Callia-Weine aufwiesen, aber noch etwas fruchtig-voller schmeckten.

Dabei stach für mich ein bezahlbarer – Finca Las Moras Malbec „Barrel Select“-  heraus, der ein wenig die gelungene Geschmackskombination aus Callia Shiraz und australischem „Brombeer-Johannisbeersaft“ repräsentierte. Lustigerweise ging uns seine ganz leichte Holznote, im Gegensatz zu den französischen Barriqueweinen, gar nicht auf die (Geschmacks-)Nerven. Vielleicht sollte man keine französischen Cabernet-Sauvignons in alte Holzfässer füllen…? Übrigens ist auch der günstigere –Las Moras Shiraz– durchaus gut genießbar.

Merkwürdigerweise ist damit die Rotweingeschichte bei uns noch nicht zu Ende. Über den unermütlichen Online-Verkäufer Ruyter&Ast, ein Ableger  der Bremer Firma Eggers&Co, bekommen wir immer einmal wieder per Post oder Newsletter Wein-Informationen, Probier– und Sonderangebote. Ziemlich unschlagbar sind dabei die 6+6 Aktionen, bei denen von 12 Flaschen nur die Hälfte bezahlt werden muss und, da es 12 Flaschen sind, auch noch frei Haus geliefert wird.

So tauchen neben dem – Finca Las Moras Malbec „Barrel Select“-  mit teilweise halbiertem Preis auch andere nette Fläschchen auf, bei denen sich das genauere Hinschauen lohnen könnte.

Eine echte Entdeckung dabei war der 2015er –Magnifico Rosso Fuoco– ein „Italiener aus Puglia“ mit sattem Geschmack und als zweiter „Primitivo“ der 2015 –Doppio Passo Salento– in seiner Bio-Variante. Beide Italiener brauchen sich in Geschmacksfülle und Ausgewogenheit vor den Australiern und Argentiniern überhaupt nicht verstecken… allerdings ist es vielleicht ratsam, des Preises wegen, vor allem von Ersterem, dabei auf Sonderangebote zu warten.

Und so sind wir in die „Alte Welt“ zurückgekehrt, aus der uns beim Rotwein Frankreich und Deutschland vertrieben hatten.


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