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Eat-The-World-Tour St.Pauli

Am Freitag war es mal wieder so weit. Das Novembergeschenk an Walter und Brigitte wurde „abgearbeitet“. Wir hatten den Beiden eine „Eat The World“-Tour in Hamburg geschenkt. Da wir selber schon eine Ottensen-, Schanzen- und St.Georg-Tour gemacht haben, waren Walter und Brigitte bereit, mit uns zusammen eine auch für uns unbekannte Tour zu buchen. Die Wahl fiel auf die St. Pauli-Tour.

Wettertechnisch dachten wir bei der Terminsuche ja, wir wären mit Ende April auf einer relativ sicheren Seite…. Aber nicht in diesem April, immerhin es hat nur ab und zu leicht genieselt, trotzdem war es etwas zu kalt.

Brigitte rief zwei Tage vorher an, um uns zu verkünden, dass sie sich am Fuss verletzt habe. Also mussten wir entweder alle verzichten oder eine Ersatzmannschaft an den Start bringen, denn für eine Stornierung/Umbuchung war es laut ETW zu spät. Da darf man sich nur 5 Tage vorher den Huf brechen…Gut zu wissen!

Petra als Ersatzfrau war schnell gefunden und so machten wir uns zusammen mit den Öffis zum Treffpunkt am Neuen Pferdemarkt/Grüner Jäger auf.

Trotz Freitagsverkehr waren wir gegen 14.00 Uhr vor Ort und wurden von einigen Teilnehmern und einer quirligen Susanne der „Guidefrau“ schon erwartet.

Wir verzogen uns in eine halblaute Umgebung auf der Grünfläche und wurden grob ins historisch-städtbauliche Basiswissen um St. Pauli eingewiesen. Zur Nazizeit war das Gelände der Exerzierplatz der Hitlerjugend und das Lokal „Grüner Jäger“ das dazugehörige Versammlungsheim. Na gut, dass wir zu spät geboren sind.

12000 Einwohner gibts im Stadtteil, wenig Grünflächen, Angst vor Gentrifizierung durch die Hamburger Baupolitik und private Investoren, einen nur 50% Anteil von PKW-Besitzern wegen fehlender Parkplatz- und fussläufiger Versorgungsmöglichkeiten.

Eingeklemmt zwischen dem bürgerlich-kaufmännischen Hamburg und dem vormals dänischen Altona war St. Pauli schon früh der Tummelplatz für alle die, die es nicht so  genau nahmen mit Religionszugehörigkeit, handwerklichem Zunft- und kaufmännischem Gildewesen, sondern das ungezwungenen Freiheits- und Amüsierwesen bevorzugten.

Wichtig war Power-Susanne auch zu erwähnen, dass es sich nicht um eine touristische Kieztour handele, die Reeperbahn sowieso kaum Tageslokale beherberge und die eigentümergeführten Kleinbetriebe eher in den von der Amüsiermeile entfernteren Gebieten zu finden seien, schon der geringeren Ladenmieten wegen.

So „gebrieft“ stapften wir zum ersten Probiertempel dem Cafe-Pauline, einem engen mehrstöckigen Kleinlokal, deren Sitzmöbel im ersten Stock aus alten Vorkriegssofas und Sesseln zu bestehen schien. Laut Susanne sollte man sich an das Frühstücksbüffet am Wochenende  nur mit Reservierungszusage trauen. Immerhin die Probier-Apfelzimtschnecke wurde von den Teilnehmern als sehr lecker beurteilt.

Weiter gings in die Wohlwill-, Otzen und Clemens-Schultz-Strassen. Ab und zu gabs kleine Abstecher zu stadtviertelrelevanten Bauten wie den Terrassenhäusern der „Jäger-Passage“ und einem „Saalhaus“ aus der Franzosenzeit, das die Kriegswirren mehrerer Kampfhandlungen augenscheinlich ganz ordentlich überstanden hatte.

Für den Magen waren dann aber die halbe Currywurst in der „Kleinen Pause„, der Mini-Salat im „Mini-Grill“, die Leckereien der „Konditorei Rönnfeld„, die ajurvedische  Mahlzeit im „Maharaja“ und die kleine Teigtasche im Lokal „Teigtasche“ interessanter. Den Abschluss bildete in der Nähe der Kastanienallee auf dem neu bebauten ehemaligen Astra-Bavaria-Gelände (in einem nüchternen  Coffee-Shop) die Probe von drei Mini-Cupcakes.

Das Fazit bei dieser Tour ist: Frau und Mann werden satt.

Mit Susanne bekommt man eine Menge Infos zur Befindlichkeit von St. Pauli und…. das Wetter war recht brav zu uns…. Also Daumen hoch: Empfehlenswert!

Petra und Walter hats auch gefallen, das war ja schließlich das Wichtigste.