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Wien

Mal wieder Wien….

Nachdem wir 2008 für 3 Tage Anfang August …und mit dem Enkel 2017 Ende August für 2 Tage in Wien verbracht haben, soll es 2018 doch mal eine ganze Woche werden.

Nachdem Pami im April 2017 zu Sky-Austria-Fußball nach Wien gewechselt ist, haben „wir“ jetzt also auch ein kleines Standbein bei den Österreichern, allerdings eher im leichten Hügelland mit beginnender Donauebene. Wenn man sich an den sprachlichen „Kaugummischmäh“ in Wien gewöhnt hat, ist eigentlich schon mal die größte Nord-Südhürde genommen.

Dazu kommen dann noch ein paar Spezialvokabeln von denen „Jänner“(Januar), „heuer“ (diesjährig) und „eh“ (sowieso) noch die einfachsten sind. Spricht man nun das deutsche „ei“ eher wie „äj“ aus und formt im Mund ein schönes „das“ zu einem „döös“, dann könnte man mit viel Übung aus einem deutschen/norddeutschen: „Das Ei ist aber hart“ ein österreicherisches: „Döös Äj iiis aber hoort“ schaffen.

Allerdings ist es müßig, sich als „Piefke“ (Deutscher) überhaupt in dieser Dialekt-Sprache zu üben, wäjl der Wjääner (Wiener) es möglicherweise als Anbiederung verstehen wird und seinem Unmut mit „göh schejjßen“ Luft machen könnte.

Gut, das soll als kurze Einführung in die Gefahren, die einem Nord-Piefke dort drohen könnten, erst einmal genügen….

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08.05.2018: Ab nach „Wijän“

Wir haben schon vor längerer Zeit einen recht günstigen Eurowings geschossen. Für zwei Personen mit einem Koffer, ohne Kartonbrotsnack mit Senf oder Tomatenmark für 238 Euro finden wir jetzt nicht überteuert, zumal es sich um die Himmelfahrtswoche handelt und die Vorbuchungszeit kürzer war als bei der Deutschen-Bahn. Andreas unser Nachbar fährt uns zum Flughafen und das erstaunlicherweise ohne Stau auf der A7 oder den anderen Zufahrtsstrecken. Das ist im Straßen-Buddel-Hamburg auf jeden Fall als Erfolg zu verbuchen.

Auch im Flughafen gehts ruhig weiter, wir haben ja Zeit, der Flieger hebt mit 30 Minuten Verspätung ab. Das erinnert wieder etwas an die Bahn. Kurz nach dem Start und kurz vor der Landung gehts etwas wackelig zu, der Rest in ca. 11800 Metern Höhe ist ruhig. Kein Wunder bei dem bisschen Luft da oben.

Nach der Landung umgibt uns eine schon vom letzten August vertraute Umgebung. Wir schnappen uns den Koffer am Gepäckband und marschieren zum ÖBB-Schalter im Ausgangsbereich des Flughafens. Letztes Mal gabs eine Wochenkarte für ca. 17,50 pro Nase. Das geht auch dieses Mal wieder. Die Schalterfrau weist uns noch darauf hin, dass die Zugstrecke nicht nur Wiener Stadtgebiet umfasst und wir bis zur Stadtgrenze noch 1,70 Euro zusätzlich entrichten müssen. Das lässt sich gerade noch so verschmerzen.

S-Bahn-Station Wien-Flughafen

Dann fällt uns bei der Wochenkarte der Wiener Linien doch noch eine Merkwürdigkeit auf. Das Ticket hat eine Gültigkeitsdauer von einer Woche, bis dahin ja nichts Ungewöhnliches… Die Gültigkeitswoche beginnt aber immer am Montag null Uhr und endet wieder am nächsten Montag um 9.00. Der Preis verändert sich auch nicht, wenn du die Karte erst am Mittwoch oder Donnerstag kaufst. Hä…Seht bloß zu, dass ihr am Montag nach Wien fahrt.

Trotzdem ist es bis zu einem Mittwoch- oder Donnerstagkauf im Verhältnis zu Hamburg oder Berlin ein Schnapper. Danach sollte man schon mal durchrechnen, ob es andere Möglichkeiten der Fahrtberechtigung gibt. So ein wenig erinnert mich diese Methode an die verschiedenen PKW-Mautmodelle in diesem schönen aber auch tourigeldgierigen Land (siehe Kroatien 2017).

Wir marschieren weiter in den S-Bahnuntergrund der Flughafens und haben Glück. Die S7 Richtung Stadt fährt gerade ein und wir springen in ein vollkommen leeres Abteil, was sich dann allerdings bis zur Handelskai-Umsteigestation noch reichlich ändern wird.

Wir steigen aus und betreten das Rivergate-Gebäude, um uns den von Pami hinterlegten Wohnungsschlüssel beim Empfang zu besorgen. Die stolze Wohnungsmieterin weilt zur Zeit nämlich in Düsseldorf und kommt erst am Mittwochabend wieder.

Der Securitymensch übergibt Karin einen Briefumschlag mit ihrem Namen drauf, verlangt aber keinerlei Legitimation..hihi. Na da passt mal auf, wen ihr in Wien so alles in der Wohnung begrüssen dürft, wenn ihr mal einen Schlüssel hinterlegt.

Schon beim Anflug waren im Osten Gewitterwolken zu sehen. Jetzt auf der Weiterfahrt mit der U6 wird es ziemlich duster am Himmel. Wir schaffen es aber, nur ein bisschen betröpfelt, bis zur Wohnung. Danach gibts ein kräftiges Gewitter, das wir vom sicheren Wohnungsausguck aus verfolgen können. Wir bleiben in der Wohnung und machen  Schnittchenersatz mit Käse, Tomaten und Pumpernickel.

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09.05.2018: Kleine Erkundungstour zur Donauinsel

Nach mittelguter Nachtruhe (ungewohnte Matratzen, Geräusche und Lichter) gibts einen Kaffee und danach ein etwas (nach Bäckerei-Junge-Niveau) überteuertes Frühstück beim Felzl-Bäcker in der Lerchenfelder Strasse 99 (Brötchen (Semmeln) nicht auswählbar und Kaffee extra bezahlen).

Danach schwingen wir uns in der Station Thaliastraße in die U6 und fahren bis Floridsdorf (sowieso die Endstation), um mal zu schauen, wie es östlich der Donau in Wien so aussieht. Beim Drogerie-Müller decken wir uns mit ein wenig Sonnencreme ein, denn das Wiener Wetter heute morgen ist sonnig und warm. Der Bereich um die S-Bahn Station in Floridsdorf ist jetzt nicht so der „Burner“, da wohnen wir schon etwas netter, was den Altbaubestand so angeht.

Auf jeden Fall ist der Orient in Floridsdorf etwas stadtbildbestimmender als westlich der Donau, wobei man in Wien deutlich merkt, dass in dieser Stadt vor allem eine Zuwanderung aus Süden und Osten für einfachere berufliche Tätigkeiten stattfindet.

„Bekanntlich“ fließt durch Wien ja die Donau, bzw. die Donauen. Im östlichen Stadtgebiet wird die Donau durch eine längliche Insel geteilt, die größtenteils als Naherholungsgebiet und Veranstaltungsort (Donauinselfest, Weihnachtsmarkt usw.) genutzt wird.

Wir fahren wieder zur Station „Neue Donau“ zurück und wandern dann über eine Fahrrad-Fußgängerbrücke auf die Donauinsel. Die Flächen darauf machen einen etwas langweiligen Eindruck, es gibt weder Sitzbänke noch irgendwelche abwechslungsreicheren Blumenanpflanzungen, dafür sticht uns sofort der unangenehme Geruch, der an den Ufern stehenden Büschen in die Nase. Auf dem weiteren Weg treffen wir aber doch auf etwas Einzigartiges: Das Bundesgymnasium „Berta von Suttner„, das auf 2 miteinander verbundenen Flussschiffen beheimatet ist. Die verlockende Idee, freche Schüler über Bord werfen zu können, hätte mir früher auch gut gefallen.

Ab Handelskai gehts dann wieder in der U6 bis Thalia-Straße zum Einkauf ins Billa. Jetzt müssen wir uns erst einmal von dem anstrengenden Vormittag in Wien „Zuhause“ erholen.

Die Mittagszeit wird ver-chilled, das Wetter hat sich, entgegen der Handyprognose, gut gehalten. Am Nachmittag gehts nochmal auf die andere Seite der U-Bahnstrecke auf dem Lerchenfelder Ring.

Wien zeigt auch dort keine grundsätzliche Abweichung vom gewohnten Baukörper und -stil. In diesen Bezirken stammen die meisten Wohnbauten aus der Gründerzeit bis hin zum Ende der Kaiserzeit gegen 1914-1918 und unterscheidet sich damit wenig vom Aussehen der Bauten in Berlin oder Hamburg. Allerdings sind hier die Kriegszerstörungen des 2. Weltkriegs doch erheblich geringer als in den deutschen Großstädten, so dass durch die Menge der Bauten das Stadtbild stärker geprägt bleibt.

Es ist doch eigentlich eine „Gemeinheit“, wenn man bedenkt, dass der Anteil unserer lieben Nachbarn an beiden Kriegen nicht unerheblich ist, was aber nur am Rande erwähnt sei ;-(.

Wir spazieren durch ein paar Straßen, in denen Wohnen und Kleingewerbe gemischt sind und treffen hinter einem parkartiges Gelände auf den Eingang von „Lugner-City“, einem EKZ mittlerer Größe und mittlerem Qualitätsangebotes. Beim Durchschlendern fällt uns eine Art von Geschäft auf, die uns aus Hamburg doch – vielleicht – noch unbekannt erscheint: „Wurstico“ wirbt mit abgepackten Grill-Fleischgroßmengen.

Gut, dass wir näher herangetreten sind, wir hatten den Laden erst für ein Tierfuttergeschäft gehalten, weil die Auslagen so unappetitlich aussahen. Vielleicht schrumpft aber auch der Mengenunterschied zwischen einem fleischverzehrenden Powergriller und einem Kampfhund zugunsten des Hundes schon seit Jahren, weil die Hundebesitzer mehr auf den Gesundheitszustand ihres Hund achten als auf ihren eigenen.

Auf dem Rückweg gehts noch einmal beim österreichischen Aldi, dem Hofer, rein, danach gibts Keks und einen Kaffee in der Wohnung. Der Abend wird abgerundet durch einen Besuch des Flatscher-Restaurantes schräg gegenüber. Die Küche hat einen Burger-Crossover-Touch, d.h. es gibt neben Hamburgern auch Salate mit Fleisch- und/oder Lachseinlage, aber alles hauptsächlich auf Grillbasis.

Wir trollen uns nach Hause, schließlich soll ja die Wohnungsherrin heute abend wieder in Wien auftauchen und Mutter und Tochter haben sich schon wieder ein paar Monate nicht gesehen…da brennt der Wiedersehenswunsch ganz besonders.

Pami erscheint so gegen 23.15 nach einem verspäteten Flug aus Düsseldorf, schon wieder wie bei der Bahn. Nach einem Stündchen Gedankenaustausch und Erlebnisberichten gehts in die Heia…

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10.05.2018: Himmelfahrtstag in Wien

Nach für Karin etwas unruhiger Nacht der Sofaeingewöhnung, ich habe ja schon eine Nacht Vorsprung, gibts morgens ein Käffchen und Frühstück mit selbstgebackenem Brot…Das erste, das Pamis Gasbackofen anscheinend verlassen hat. Der Ofen hat nur Unterhitze und so wird der Prozess aufmerksamer als sonst beäugt. Aber das Ergebnis lässt sich essen, wenn’s auch nicht die gewohnte Fluffigkeit des heimischen Backens aufweist.

Mit Feiertagsgelassenheit brechen wir gegen 12.30 zum Picknicken am Schloss Schönbrunn auf. Das Wetter schwankt etwas zwischen schwül-warm und gewittrig. Wir nehmen erst die Haus-und Hof-U-Bahn U6 und steigen dann ein paar Stationen später in die U4 Richtung Hütteldorf um. An der Station Schönbrunn gehts „assi“. Wir durchstreifen die Hecken- und Grünanlagen und lassen uns dann am Anstieg zur Gloriette auf dem Rasen mit Picknickdecke nieder und genießen den Blick aufs Schloss und die dahinter liegenden leicht ansteigenden sichtbaren Stadtteile. Der Rest der Stadt zur Donau hin ist nicht zu sehen, weil das Gelände zum Fluss etwas abschüssig ist.

Die Sonne brutzelt von oben nieder, die Damen ziehen einen gekühlten Weißen aus dem Rucksack, es gibt Obst, Tomaten, Brot und ein paar „Würschtels“. In der Ferne sind aber schon Gewitterwolken zu erspähen, die leider immer näher rücken. Die umgebenden Personen rollen ihre Kleinkinder den Rasen herunter, oder besser, die Kleinen tun das freiwillig. Das Sozialgemisch ist international mit leicht asiatischem Überhang, was sich auch gut an den als Sonnenschirme missbrauchten Regenschirmen erkennen lässt…für die vornehme asiatische Blässe wohlgemerkt. Aber vielleicht brauchen sie die Schirme heute ja doch noch für die eigentliche Zweckbestimmung. Als die Gewitterwolken immer näher rücken, lösen wir uns wieder von der Decke und treten ohne Hast aber mit Kaffeedurst den Heimweg an. Karin ist der Meinung, dass es heute doch nicht regnet..bisher ist’s auch nur bedeckt…“schaun mer mal“.

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11.05.2018: Wandern in der Wiener Umgebung

Es hat gestern tatsächlich nicht geregnet…Dafür aber in Norddeutschland, wie wir aus den Nachrichten entnehmen können… Heute solls zum 12 km-Wandern, wenn möglich ohne Regen, ein wenig in die direkte Umgebung von Wien gehen. Es gibt im Reiseführer Wanderstrecken im Wienerwald, die man mit Öffis beginnen und beenden kann.

Die Damen waren schon um 7 Uhr zu ihrem geliebten Crossfit-Workout in die Nachbarschaft verschwunden, was aber offensichtlich noch nicht genug war, sonst würden sie solche Ideen nicht entwickeln.

Wenn ihr in eine neue Stadt ziehen solltet, dann machts wie Pami, die Wohnungssuche sollte grundsätzlich in der Nähe einer Pumper-Bude, äh Crossfit-Box, stattfinden. Bei ihr hat es jedenfalls geklappt. Die Box liegt nur zwei Straßen entfernt…

Aber jetzt zum Tagesordnungspunkt Nr.1 : Dem Stadtrundwanderweg 1a und seinen Abzweigungen. Er führt mit ca. 12 km von Nussdorf über den Kahlenberg nach Grinzing.

Wir rattern mit der U6 und der Tramlinie D nach Wien-Nussdorf. Von dort gehts zu Fuß ein Stück an der Donau flussaufwärts und dann mit vielen Windungen hinauf zu verschiedenen Aussichtsflächen und -türmen. Das Wetter hält sich ganz gut, zum Wandern ist es vielleicht etwas zu warm, das kann aber auch am recht kräftigen Aufstieg liegen.

Die Damen halten sich tapfer, obwohl ja schon eine morgendliche Crossfitrunde hinter ihnen liegt. Oben angekommen geht es nur noch leicht bergauf oder -ab Richtung Grinzing. An einem Kiosk an der Josefinenhütte gibts ein Eis auf die Hand, der gesunkene Blutzuckerspiegel verlangt es.

Nach mehreren kurzen Blicken in den Wanderführer finden wir die Abzweigungen nach Grinzing und steigen durch einige Weinhänge ab ins Heurigendorf.

Beim Martinssepp kehren wir ein…und haben den Eindruck 2008 hier schon einmal gesessen zu haben..Ja gibts denn nix anderes in Grinzing?

Egal, der „Weiße Spritzer“ (Weißweinschorle) und das Essen sind ganz gut. Pami findet die Gulaschwürzung etwas lasch (Nomen est Omen??) und Karins Rippchen könnten etwas krosser sein. Danach gehts mit der Tram und der U6 wieder in die Wohnung, Füsse hoch und gut ist.

Die abwechslungsreiche Landschaft in der Nähe zur Großstadt ist schon a „Zuckerl“ hier in Wien.

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12-13.05.2018: Wiener Chillout

Heute muss die Wanderung von gestern „verdaut“ werden. Ich kümmere mich nach dem leckeren Frühstück mit Pami zusammen um Heimwerkerarbeiten an einem kleinen Küchenregal und checke schon einmal für den Rückflug online ein, was bei Eurowings ab 72 Stunden vor Abflug machbar ist.

Die Damen trollen sich zwecks Nahrungs- und Schnickschnackjagd in Richtung Mörtel-City (äh Lugner-City) und kehren nach verdächtig langer Abwesenheit gegen 15.00 Uhr zurück.

Der Nachmittag gehört dann der Fußball-Bundesliga mit dem Entscheidungsspiel, ob der HSV, nach „vierjähriger gewissenhafter“ Vorbereitung, endlich zwecks Entschlackungskur seine Fans in der nächsten Zweitliga-Saison weiterhin einschläfern möchte.

Am Abend gibt’s selbstgemachte Burger.

Der Morgen des 13.5. wird auch ruhig angegangen. Das Wetter verspricht bis 27° warm zu werden, was eventuelle Langwander-Ideen im Keim ersticken sollte. Pami muss nochmal arbeitstechnisch ran. Heute wirds wohl nur eine kleinere Runde vom VII in den VIII Wiener Bezirk geben. Vielleicht treiben wir ja ein typisches altes Cafehaus auf.

Wir arbeiten uns bei recht warmem Nachmittag bis in die Hofburg-Region (1. Bezirk) vor, um ein Motivfoto zu schießen. Alle Touri-Angebote der fleißigen Koberer werden mit Entrüstung abgelehnt, wir sind doch keine normalen Touristen…. 😉 .

Nein, hier gibts kein typisches Cafehaus, dafür eine Runde Craft-Beer im „The Brickmaker“ und vorher in einem lauschigen Gässchen im 7.Bezirk einen „Verlängerten“ und ein Citrus-Soda im Gartenlokal „Zur Witwe Bolte“. Es ist schon erstaunlich, welche idyllische Atmosphäre nicht unweit von den Wiener Touristenspots zu finden ist. Am späteren Nachmittag gehts zurück, gekocht wird heute wieder „zu Hause“.

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14.05.2018: Wienerbezirk 6-7-8 und a bisserl 1.

So langsam gewöhnen Karin und ich uns an das Bettsofa. Mit Ohropax und Schlafmaske vor den Augen habe ich mich inzwischen fast an die Geräusche auf der benachbarten Ringstraße und das Fehlen von Vorhänge gewöhnt. Die Letzteren werden durch Kissen ersetzt, die man -unter dem kritischen Gesichtsausdruck vom Kind- in die alten Doppelrahmenfenster als Licht- und Lärmbremse stapeln kann.

Überhaupt fällt dem klimaschutzaffinen „Deitschen“ sofort auf, wie viele Häuser hier noch mit alten zugigen Fenstern ausgestattet sind. Bisher haben wir festgestellt, dass sich die Lebensart und damit auch der Umgang mit den Dingen und Menschen im Alltag schon von einem nördlicheren erheblich unterscheidet.

Die Sauberkeit in Geschäften, Lokalen und deren Toiletten steht dabei nicht so im Vordergrund, die Straßenecken riechen etwas „verpieselter“, in den U- und S-Bahnen herrscht, jedenfalls zu dieser wärmeren Jahreszeit, ein etwas knoblauch-schweißiger Geruch, den wir z.B. in den Bahnen in Hamburg oder Manhattan nicht wahrgenommen haben. Das ist nicht negativ gemeint, es fällt dem Nichtwiener halt nur eher auf.

Der typische Hamburger U-S-Bahngeruch von feuchtkühlerem Bremsbelaggestank und etwas Plastikduft fehlt in Wien jedenfalls. Vielleicht auch, weil die Tram und U-Bahn häufiger oberirdisch fahren und so zum Auslüften gezwungen werden.

Gegen 10 Uhr, Pami ist schon lange „auf Arbeit“, tigern wir zum Frühstücken ins „Ulrich“ am St-Ulrich-Kirchhof im 7. „Heimat-Bezirk“. Die Portionen und die Zusammenstellung sind ok, auf den Preis wird weniger geschaut (Hauptstadtniveau halt), der Flat-White-Kaffee ist allerdings seines Namens nicht wert…In einem Glas serviert geht ja wohl gar nicht ;-).

Ich habe festgestellt, dass es zum „Naschmarkt“ nicht besonders weit ist. So geht’s nach dem Frühstück dorthin. Wir durchstreifen die ebenerdigen Lebensmittel- und Essensstände ein wenig. Schön, dass am Montagmorgen der Publikumsverkehr noch erträglich ist.

Auf dem heutigen Rückweg, aber auch schon auf gestrigen Wegen, fällt uns auf, dass Wien durchaus auf hügeligem Gelände steht und einige Gassen mit Treppenstiegen enden, um auf einen höher gelegenen Straßenzug zu gelangen. Dabei sind dann malerische Fußgängerpassagen entstanden, durch die man ohne Straßenverkehr querlaufen kann.

In der Mariahilfer Strasse geht’s nochmal zu Saturn rein. Wir haben noch fehlenden Haushaltsgerätebedarf in Pamis Wohnung entdeckt, den wir gerne als Dankeschön komplettieren möchten.

Danach geht’s über die Lerchenfelder Straße Richtung Josefstädter Straße, um im „Wiener Rösthaus“ in der Tigergasse den über die letzten Tage verbrauchten Edelkaffee zu ersetzen. Der junge Mann hört sich geduldig unsere Wünsche an: Nicht sauer, auch nicht fruchtig, dafür aber schokoladig und für French-Press-Zubereitung als „langer Kaffee“ geeignet.

Überhaupt könnte ich jetzt auf die „österreichische Kaffeezubereitungsvielfalt“ eingehen, was aber den Rahmen dieses Posts weit übersteigen würde. Dafür hier die Kurzfassung: „Es gibt keinen vernünftigen Filterkaffee deutscher oder us-amerikanischer Machart!“ Das hat einerseits den Vorteil, dass die „Spülwasservarianten“ a la New York oder Hamburg hier nicht vorkommen aber andererseits den Nachteil, dass der deutsche Gast unter einem „Verlängerten“, einer „Melange“ oder einem „Braunen“ nie das bekommt, was er mit den Begriffen assoziieren könnte. Immer sind irgendwelche Espresso-Röstungen mit drin, die dem „Filterfreund“ entgegenstehen. Klarer Fall ist also: Italien ist näher als New York.

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15.05.2018: Ab nach Hause

Der letzte Abend wurde mit Pami zu Hause verbracht. Das nächste Wiedersehen findet vermutlich erst Anfang August in Kroatien statt. Mit einem abendlichen Schampus mit Hibiskusblüte vom Naschmarkt geht der Besuch stilecht in die allerletzte Runde. Leider ist Kribbelwasser am Abend nix für mein Durchschlafverhalten und so gibt es lange Wach- und kurze Nickphasen. Egal, solche kurzen Nächte sind spätestens seit der Worldtour auf Reisen keine Besonderheit mehr.

Gegen 7 Uhr sind sowieso alle wach, ein kurzes Frühstück in der Küche, dann gehts zur U6-Station, Fahrkarten zum Flughafen lösen (Karin 4,10 und der Senior nur 2,50..) Dabei ist schon berücksichtigt, dass die Tarifzonen der Wiener Linien nicht bis zum Flughafen reichen und deshalb mal wieder 1,70 Eus mehr gezahlt werden müssen. Eine kleine Unterbrechung gibts auf der U-Bahnfahrt, weil alle Fahrgäste wegen eines technischen Defektes des aktuellen Zuges an einer Station herauskomplimetiert werden und dann mit dem nachfolgenden weiterfahren dürfen, was aber ganz gut klappt.

Wir erreichen die Station Handelskai, verabschieden uns von Pami und warten dann 20 Minuten auf die Weiterfahrt mit der S7 zum Flughafen. Die kommt auch pünktlich und so gehts ohne größere Verlustzeiten weiter.

Das eine größere Gepäckstück wird an einem fast leeren Eurowingsschalter aufgegeben, der Sicherheitscheck ist etwas zäh. Wir wundern uns über das ständige Kontrollieren der Bordkarten/-pässe. Zweimal vor dem Sicherheitscheck, dann wieder während des Checks und dann, wieder normal, beim Boarding selber. Da hat doch jeder Flughafen so seine Eigenheiten.

Auch der Flieger startet um 12.30 recht pünktlich im Dauerregen von Wien. Heute ist also das Wetter kein Grund, noch länger hier zu bleiben. Am Anfang etwas wackelig ists dann aber doch ein flotter, angenehmer Flug nach Hamburg, wo tatsächlich die Sonne scheint. Sogar mein Lieblingsanflug aus Südwest über die Elbe wech ist heute mit im Flugpreis enthalten.

Andreas hatte sich am Vortag angeboten, uns abzuholen und siehe da, im Ankunftsbereich steht er und es kann nach Hause gehen, dafür nochmal vielen Dank.

Wien hat mal wieder bewiesen, es ist sogar mehrere Reisen wert..Ok das liegt nicht nur an der Stadt, sondern ganz besonders auch an einer lieben Zweibeinerin….

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